Hongkong – China auf britisch

21.05.2009 | Kategorie: Reisen

hongkong1Hongkong ist sicherlich die am wenigsten chinesische Stadt des gewaltigen „Reichs der Mitte“. Diese lebendige, betriebsame und hochmoderne Großstadt am Südchinesischen Meer führte viele Jahre lang gegenüber dem kommunistischen China ein isoliertes und ausgesprochen kapitalistisch ausgerichtetes Inseldasein. Doch diese Sonderstellung währte nur 99 Jahre an, genauso lang, bis der 1898 zwischen China und Großbritannien geschlossene Pachtvertrag abgelaufen war. Die schützende Hand der Briten bewahrte Hongkong nicht nur von einem Überschwappen der von 1966 bis 1976 andauernden Kulturrevolution, während der man sich ständig auf die chinesische Invasion wappnete, sie verhalf dieser faszinierenden Stadt außerdem zu beachtlichem Wohlstand und einem kosmopolitischen Ruf, der seinesgleichen sucht.

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Überall in Hongkong trifft man noble Restaurants und Hotels an, kann in eleganten Einkaufszentren und Geschäften seinem ganz persönlichen Kaufrausch nachgehen oder in den steil in den Himmel aufragenden Bank- und Finanzgebäuden schlafraubende Geschäfte tätigen. Doch Hongkong hat nicht nur die auf Geld, Gewinn und Kommerz ausgerichtete Seite vorzuweisen. Das andere Gesicht dieser an sich recht zwiespältigen Stadt zeigt herrlich grüne Hügel, traditionsreiche und kunstvolle Tempel, Dschungelinseln, Wanderwege und wunderschöne Strände. Hongkong ist geradezu legendär für seine Widersprüche, die allgegenwärtig sind und wohl auch den Charme dieser gigantischen Metropole ausmachen. Während noch viele imponierende Gebäude an die britische Herrschaft erinnern und in den nostalgischen Hotels mit postkolonialem Flair der Nachmittagstee serviert wird, täuscht dies jedoch nicht darüber hinweg, dass die Wurzeln Hongkongs immer noch chinesisch sind und es auch bleiben werden.

Die Beweise seiner Herkunft kann Hongkong nicht verleugnen – sei es mit den Menschen, der Sprache, dem Essen und nicht zuletzt seiner überwiegend von Kanton geprägten Kultur. Sehenswert ist in Hongkong so ziemlich alles, doch besonderes Augenmerk sollte man auf den Botanical und Zoological Garden, den Bank of China Tower, das Hong Kong & Shanghai Bank Building und das belebte Viertel Lan Kwai Fong legen. Wer sich die Schöne am Meer gern von oben ansehen möchte, sei ein Ausflug zum Victoria Peak empfohlen, dem luxuriösesten Wohnviertel der Stadt, in dessen gigantischen Villen und Parks die Engländer der brütenden Sommerhitze den Rücken kehrten. Ein Besuch von Hongkong ist sicherlich nicht dazu geeignet, um sich ein realistisches Bild von China zu machen, dazu ist es zu westlich. Doch dürfte die Verschmelzung von Orient und Okzident nirgendwo anders auf der Welt ein derart gelungenes Meisterwerk hervorgebracht haben wie die Große Stadt am Meer.

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