DVB-S2 – digitales Fernsehen in HD
13.04.2009 | Kategorie: News![]()
DVB-S2 (Digital Video Broadcasting – Satellite, zu Deutsch: Digitaler Fernsehrundfunk per Satellit) ist ein Standard für die Satellitenübertragung von digitalem Fernsehen. Es ist eine Weiterentwicklung des DVB-S-Standards, der wie das DVB-C (Kabel) und DVB-T (Terrestrischer Rundfunk) für die Übertragung von Digitalfunk vorgesehen ist.
Vorteile von DVB-S2 gegenüber DVB-S sind eine bessere Kodierung, drei verschiedene Modulationsarten (8PSK, 16APSK, 32APSK), zwischen denen nach Bedarf umgeschaltet werden kann, und eine bessere Fehlerkorrektur (LDPC). Dadurch wird die Datenrate um bis zu 30 % gesteigert.
Die verbesserte Datenrate ermöglicht es den Rundfunkanstalten, Programme in höherer Auflösung zu senden (HDTV), oder die Anzahl der SDTV-Programme auf einem Transponder zu erhöhen (Kostenersparnis). Auch die Kombination von DVB-S2 und DVB-S Signalen auf einem Transponder ist möglich, denn das 4PSK-modulierte Signal des DVB-S lässt sich von 8PSK-Modulation überlagern. So ist es zum Beispiel möglich, ein Programm normal über DVB-S zu senden, und gleichzeitig für die Besitzer eines HDTV-fähigen Fernsehers eine hochauflösende Version des selben Programmes über DVB-S2 einzuspielen.
Bereits heute senden einige Transponder im DVB-S2-Modus; aufgrund immer hochauflösenderer Bildstandards wie HDTV ist davon auszugehen dass die Anzahl der DVB-S2-Sender weiter wachsen wird.
Technische Details:
Gesendet wird wie beim DVB-S auf dem Ku-Band (10,7 – 12,7 GHz). Künftig soll auch das Ka-Band (17,7 – 21 GHz) für das Satellitenfernsehen erschlossen werden, da das Ku-Band auf lange Sicht nicht ausreichen wird, um den immer größer werdenden Bedarf der Rundfunkanbieter an Sendebandbreite zu decken.
Die Modulation erfolgt anstelle von 4PSK beim DVB-S durch die oben genannten Modulationsarten 8PSK, 16APSK oder 32APSK. Beim Empfänger erfolgt dabei eine Rückmeldung über die Qualität der empfangenen Daten, je nach Empfangslage wird dann bei Bedarf zwischen den Modulationsarten gewechselt (ACM – Adaptive Coding and Modulation, zu Deutsch: Adaptive Codierung und Modulation). Auf diese Weise kann ein Empfangsabbruch – z.B. bei schlechtem Wetter – verhindert werden.