Dublin – Irlands lebensfrohe Metropole an der Liffey

11.06.2009 | Kategorie: Reisen


dublinNoch nie war Dublin lebendiger als jetzt – das behaupten alle namhaften Künstler, Schriftsteller und Irlandliebhaber zu allen Zeiten, wenn sie der lebendigen Stadt an der Liffey einen Besuch abstatteten. Und das stimmte auch immer, gleichgültig welche fundamentale Krise die Stadt momentan schüttelte und welches Datum man gerade schrieb. Dublin ist tatsächlich heute lebendiger denn je; knapp eine Million Menschen wohnen in der irischen Hauptstadt, die 1991 sogar Europas Kulturhauptstadt war – Tendenz steigend. Obwohl Dublin unbestritten zu den europäischen Großstädten zählt, fehlt das Beengende, Sterile und Anonyme, das vielen Metropolen unserer Zeit anhaftet. Die Natur ist hier ganz nah, ebenso Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Wer gerne Vögel beobachtet, entdeckt im stadtnahen Feuchtbiotop des North Bull Island im Winter unzählige Wildenten, Watvögel und Wildgänse. Wanderer und Spaziergänger finden entlang der beiden Dubliner Kanäle wunderschöne Treidelpfade, von denen der Grand Canal Way der attraktivere ist und der Royal Canal Way zuerst durch etwas vernachlässigte Dubliner Wohnviertel führt.

Dublin bietet seinen Besuchern weitaus mehr als das obligatorische und hier gebraute Guinness. Bei einem Spaziergang durch elegante georgianische Straßenzüge und an den Kais der Liffey entlang erschließt sich das ganz besondere Flair dieser Stadt der tausend Pubs, unzähligen Bars und einer Vielzahl von Museen. Hier findet man Imbissbuden und Gourmettempel in einträchtiger Harmonie nebeneinander an und müßige Flaneure sind in Dublin ebenso häufig wie bienenfleißige Geschäftsleute aus der Industrie, der Bank- und Dienstleistungsbranche.

Die irische Metropole begeistert nicht nur Bier- und Whiskykenner. Während sich viele Dublinbesucher für die Dauer ihres Aufenthaltes im verlängerten Wohnzimmer der Stadt – dem Pub – gemütlich einrichten, wandeln Scharen von Literaturbegeisterten auf den Spuren von James Joyce und seinem berühmten „Ulysses“. Besonders am Bloomsday am 16. Juni begeben sich jährlich Hunderte hartgesottene Joyceaner auf die beiden Odyssee-Routen von Stephen Dedalus und Leopold Bloom. Dabei pilgern die Fans von Pub zu Pub, was durch die 14 in das Straßenpflaster eingelassenen Bronzetafeln spürbar erleichtert wird. Das Museumsviertel lockt mit dem National Museum, der National Library, der National Gallery und dem Yeats-Museum. Oscar Wilde lümmelt sich in einem Park auf einem Denkmal und schaut dabei direkt auf sein Elternhaus, Merrion Square Number One. Rund um die O’Connell Street pulsiert das pralle Dubliner Leben mit bunten Märkten, Theatern, Fast-Food-Restaurants, Kinos, Straßenmusikern und jeder Menge Autoverkehr. Ähnlich geht es in der Grafton Street zu, wo das Bronzedenkmal der drallen Fischhändlerin Molly Malone steht und eine der nobelsten Einkaufsmeilen der Stadt beginnt. Plüschige Erholung von all den Eindrücken verspricht Bewley’s Oriental Café, das praktisch rund um die Uhr Kaffe, Kuchen und kleine Speisen serviert und schon wegen seines interessanten Publikums sehenswert ist.

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