Dresden – Elbflorenz mit typisch sächsischem Charme
14.06.2009 | Kategorie: Reisen
Die sächsische Metropole an der Elbe zählt zu den schönsten barocken Residenzstädten Deutschlands, ein Ruhm, den sie vor allem Kurfürst August dem Starken und dessen Sohn Friedrich August II verdankt. Während des sogenannten „Augusteischen Zeitalters“ zwischen 1694 und 1783 mit seiner glanzvollen und verschwenderischen Hofhaltung entstand ein prächtiges Stadtbild, das Dresden den lobenden Beinamen „Elbflorenz“ einbrachte.
Doch nicht nur die imposanten Gebäude machen den Reiz dieser Stadt aus. Reiche Kunstsammlungen und eindrucksvolle Park- und Gartenanlagen sowie der internationale Rang Dresdens als Stadt der Forschung und der Wissenschaft und nicht zuletzt die ansässige Industrie brachten der sächsischen Landeshauptstadt Anerkennung und Berühmtheit ein. Aus der einstigen sorbischen Siedlung “Nisani“ wuchs rund um die auf dem Taschenberg errichteten Burg „Drezdany“ heran, das sich unter der Herrschaft der Albertiner zu einer repräsentativen Hauptstadt entwickelte. Der Glanzzeit unter August dem Starken folgte das großbürgerliche Dresden des 19. Jahrhunderts, in der die Stadt zu einem Mittelpunkt der deutschen Romantik wurde. Die katastrophalen Folgen der Bombardierungen im Februar 1945 machten Dresden viele Jahrzehnte lang zu schaffen und der unaufhaltsame Wiederaufbau feierte schließlich mit der neu erbauten Frauenkirche seinen krönenden Höhepunkt. Zwar wird überall noch gebaut und renoviert – die Dresdner sind stolz auf ihr Schloss, der wohl größten und langwierigsten Baustelle dieser Stadt -, doch erstrahlt das unvergleichliche Altstadtpanorama heute wieder in beinahe historischem Glanz.
Zu den absoluten Sehenswürdigkeiten eines jeden Dresdenbesuchs gehören der Zwinger mit seinen Museen und Sammlungen ebenso dazu, wie der benachbarte Theaterplatz mit der herrlichen Semperoper. Die Altstädter Wache und gegenüber das völlig neu erbaute Luxushotel Taschenbergpalais, der guten Stube Dresdens für alle wichtigen Staatsgäste, runden zusammen mit der Hofkirche und der Brühlschen Terrasse das beeindruckende Altstadtensemble ab. Über die Augustusbrücke, der ältesten Brücke der Stadt, gelangt man über die Elbe hinüber zur Neustadt, wo man besonders in der Königstraße eine einzigartige Prachtentfaltung barocker Gebäudefassaden in puderigen Pastelltönen bewundern kann.
Das Herz der Neustadt ist nicht nur für die Dresdner selbst die Äußere Neustadt, Dresdens Szeneviertel schlechthin. Kneipen, Cafés, Läden aller Art, darunter die berühmte Molkerei Pfund, und ein herrlich buntes Völkchen machen diesen Stadtteil zu einem eigenen kleinen Kosmos. Etwas abseits des Stadtzentrums locken Dresdens einstige Vororte Blasewitz, Loschwitz und Weißer Hirsch mit den drei Elbschlössern, dem berühmten „Blauen Wunder“ und künstlerisch gestalteter großbürgerlicher Architektur der Jahrhundertwende. Prächtige Villen und verträumte Fachwerkhäuser trifft man in Loschwitz an, wo schon Schiller, Goethe, Novalis und die Brüder Humboldt gerne den Sommer verbrachten. Eine alte Bergbahn führt hinauf zum einstigen Höhenkurort Weißer Hirsch und etwas weiter elbaufwärts erreicht man Pillnitz, dessen Schloss und Park einst Mittelpunkt rauschender höfischer Feste war.